Der Name der Jungfrau war Maria

Kaum ein Thema wurde häufiger besungen und ist heutzutage so umstritten wie die Jungfräulichkeit der Mutter Jesu. Das Matthäusevangelium sieht darin die Verheißung des Propheten Jesaja bestätigt: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.“ (Mt 1,23; vgl. Jes 7,14)

Für den Apostel Paulus ist es dagegen wichtig zu betonen, dass Jesus von einer Frau geboren wurde, dass er also Mensch ist wie wir. So schreibt er es an die Christen in Galatien. (vgl. Gal 4,4)

Mensch und Gott, beides ist zusammen zu sehen. Die Jungfräulichkeit Marias unterstreicht vor allem, dass Jesus von Gott kommt. Ob man das biologisch nachweisen kann, hat die Verfasser der Neuen Tes­taments nicht interessiert. Was Jungfräulichkeit bedeutet, das erfahren wir durch Maria selbst im ­Lukasevangelium: Im Magnifikat preist sie das Erbarmen Gottes. (vgl. Lk 1,46-55) Wie in einem Brennglas bündelt sich in ihrem Lied die Hoffnung ihres Volkes auf das Kommen des Messias. Alles von Gott erwarten und alles von Gott annehmen, das heißt jungfräulich sein. Deshalb konnte Jesus Mensch ­werden durch ­Maria.