Josef war gerecht…

Nur die Evangelien nach Lukas und Matthäus berichten über Josef. Aber es ist uns kein einziges Wort aus seinem Mund überliefert. Josef war wohl kein Mann großer und vieler Worte, mehr ein Mann der Tat. Das passt auch zu seinem Beruf: Er war ein Handwerker, traditionell ein Zimmermann. Häuser bauen mit seiner Hände Arbeit, das war seine Arbeit. „Die Tat allein erweist der Liebe Kraft“, sagt Goethe. Er muss in bescheidenen Verhältnissen gelebt haben. (Lk 2,24). Dabei stammt Josef aus bester Familie, aus der Nachkommenschaft des Königs David. „Josef war gerecht“ (Mt1,9). Gerecht – das bedeutet: aufrecht, rechtschaffen, richtig, durch und durch integer.

Als sich zeigte, dass seine Verlobte Maria ein Kind erwartete – noch bevor sie ­zusammengekommen waren – hätte er sie verstoßen können. Das wäre nach dem jüdischen Gesetz sein gutes Recht gewesen. Stattdessen nahm er ­Maria zu sich. Josef, wie gesagt, kein großer Redner – aber ein guter ­Hörer.

Er hörte auf seine ­innere Stimme, auf die Stimme Gottes in seinem Innern. Er vertraute dieser Stimme mehr als dem Augenschein und tat darum das Richtige. Also auch ein Mys­tiker. Nicht nur nach ­außen leben, sondern mehr nach innen. Und unbeirrt der inneren Stimme, der Stimme des Gewissens folgen. – Egal, was die anderen, die Leute dazu sagen. Josef nahm Maria zu sich und später das Kind als sein ­eigenes an, und gab ihm dem Namen, den der Engel genannt hatte: ­Jeschua: Gott – der Herr – ist Retter.