In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld

Hirten sind die ersten, denen die Kunde von der Geburt Jesu zuteil wird. (vgl. Lk 2,8ff) Dort, wo sie sind, bei ihrer Herde, sucht die Botschaft sie heim. Sie glauben ihr, und sie folgen ihr, „um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ“ (Lk 2,15).

Die Hirten zur Zeit Jesu gehörten zu den Armen im Land, und ihr Beruf war nicht sehr geachtet. Das Lukasevangelium zählt sie zu den Gottesfürchtigen, denen vor allen Reichen und Mächtigen das göttliche Erbarmen erwiesen wird. Die anderen drei Evangelien wissen nichts von einem Besuch der Hirten an der Krippe. Das Bild vom Hirten aber kommt häufig vor, im Alten und im Neuen Testament. Gott ist der Hirte seines Volkes, und im Johannesevangelium bezeichnet Jesus sich selbst als den ­„guten Hirten“, der die Seinen kennt und sein Leben hingibt für die Schafe.     (vgl. Joh 10,11ff)

Ein Hirte herrscht nicht über seine Schafe, sondern er kennt sie. An diesem Unterschied entscheidet sich, ob die Kunde von der Ankunft Gottes in dieser Welt ankommen kann auch in uns. Hirte sein heißt Beziehung leben, Stimmen unterscheiden können, aufsuchen, nachgehen. Und hingehen nach Betlehem, um Gott zu preisen.