Der Ochs kennt seinen Besitzer …

In der Höhle von Greccio, wo Franz von Assisi die Weihnachtskrippe „erfunden“ hat, mussten auch Ochs und Esel stehen. Seither gehören sie zu jeder Krippe dazu. Die Evangelien wissen bekanntlich nichts von ihnen. Sie sind aber auch nicht einfach Produkte frommer Phantasie, sondern sie finden sich im Alten Testament beim Propheten Jesaja 1,3: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn.“   Da ist die Stimme des Alten Testaments an der Krippe Jesu, weil Altes und Neues Testament einfach zusammen gehören. Die beiden Tiere  haben eine Art „prophetische“ Funktion. Wie das Volk Israel gegenüber Gott ohne Einsicht ist (Jes 1,3 ), so  sind wir Menschen wie Ochs und Esel gegenüber dem Geheimnis des Göttlichen. In der Heiligen Nacht aber gehen ihnen die Augen auf, und sie erkennen in der Krippe ihren Herrn. Es geht um Erkenntnis und Einsicht. Manchmal erkennt die Unvernunft mehr als die Vernunft. Wer nicht erkannte, war z.B. Herodes und seine gelehrten Herren (Mt 2,6).  Wer erkannte waren Maria, Josef, die Magier, die Hirten.  So schauen uns die Gesichter von Ochs und Esel fragend an: Erkennst Du die Stimme deines ­Besitzers? Erkennst du in diesem Kind die Menschwerdung Gottes?