Schwester Sr. Franziska Mitterer von der Gemeinschaft der Heilig-Kreuz-Schwestern in Altötting über die Bedeutung der Engel.

Wer Krippen anschauen möchte, muss sich auf den Weg machen. Das gilt genauso für die Personen in den Krippenszenen. Die Geburt Christi macht sozusagen Beine, bringt Menschen in Bewegung. Selbst einen Engel. Vielfach begegne ich so einem Engel. Er ist erhöht – „schwebt“ – meist über dem Stall. Er kommt wie aus einer anderen Welt. Und hat eine Nachricht.

Die Bibel kennt einige Engel: Michael, Gabriel, Rafael, die großen Erzengel. Boten Gottes sind sie. Sie haben immer eine gute Botschaft für uns. Der Engel Gabriel verkündet, dass Jesus Mensch wird. Bewegend. Gott kommt uns nahe. Wird menschlich.

„Du bist ein Engel“, sagen wir, wenn jemand ein tröstendes Wort für mich findet. Weiterhilft. „Du bist ein Engel“ sagen wir, wenn jemand unseren Blick weitet: im Keim die Frucht sehen hilft. Wenn jemand uns seine „Flügel“ leiht, damit wir unseren „Himmel“ entdecken.

Die Krippenfiguren bringen mich ins Nachdenken: wer ist ein Engel für mich? Wer begleitet mich? Für wen bin ich Engel?

Aus der christlichen Tradition kommt der „Schutzengel“. Er ist ein guter Begleiter. Kennt den Weg und die Gefahren. Weiß um das Ziel und will, dass ich dort gut ankomme. Er zeigt, wie ich das Leben gut meistern kann.

In Träumen zeigen Engel in der Bibel die Richtung zu mehr Leben an. Sie sind innere Kräfte, die sich zu Wegweisern entwickelt haben: mein Gewissen, mein Gefühl, meine Intuition, innere Bewegungen, …

Wer einen Engeln im Blick hat, darf danken für Begleitung und Führung im Leben.

Sr. Franziska Mitterer,

Referat für Exerzitien und Spiritualität