Licht in das vorweihnachtliche Dunkel bringen – Fragen und Antworten zum Christfest

Passau (iop). Weil Winter ist. Weil es immer schon so war. Weil es Geschenke gibt. Weil der Weihnachtsmann kommt. Weil … Ja, warum eigentlich? Wenn man Umfragen unter Kindern in Deutschland glauben darf, ist es nicht weit her mit dem Wissen um den eigentlichen Grund für das Weihnachtsfest. Deswegen der Versuch, nach dem Frageprinzip wer, was, wie, wo, wann und warum, ein wenig Licht in das vorweihnachtliche Dunkel zu bringen.

Wer feiert überhaupt Weihnachten?

Alle Christen auf der ganzen Erde feiern, weil Gott selbst in Jesus Christus ganz Mensch wird, um die Menschheit aus Schuld und Tod zu erlösen. Christus löst dies endgültig durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung ein. Weihnachten ist für die Christen damit nur von Ostern her zu deuten. Allerdings gibt es Unterschiede bei der Datierung der Festtage.

Was ist Weihnachten?

Weihnachten ist das Fest der Geburt des Sohnes Gottes und heißt soviel wie heilige, geweihte Nächte. Jesus Christus ist zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch. Nach dem biblischen Bericht des Evangelisten Lukas waren es Hirten, die zuerst Nachricht von der Geburt Jesu erhielten und Maria, Josef sowie das Kind in einer Krippe fanden. Es soll sich in Bethlehem und Umgebung zugetragen haben. In der knapp zehn Kilometer von Jerusalem entfernten Stadt steht heute dort, wo Jesus geboren worden sein soll, die Geburtskirche.

Wie lautet die Weihnachtsbotschaft?

Die Bibel bietet nur im Lukasevangelium, Kapitel 2, Verse 1-20, eine detailliertere Schilderung des Geschehens. Zentral ist die Botschaft des Engels: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.

Wo wird der Heilige Abend begangen?

Zuhause und in den Gotteshäusern. An diesem Vorabend des eigentlichen Festes stimmen sich die Menschen meist im Familienkreis ein. Den Nachmittag nutzen sie für letzte Vorbereitungen, Spaziergänge und den Besuch der Gräber. Am Abend wird vor dem Christbaum oder einer Krippendarstellung aus dem Evangelium gelesen, gemeinsam gebetet und zumindest das Lied „Stille Nacht“ gesungen. Dann erst gibt es die Geschenke. Zur Heiligen Nacht macht der Besuch der Christmette den Abend. Mit festlicher Liturgie, Musik, Weihrauch und Lichterglanz wird bei den Gottesdiensten das Geheimnis der Geburt des Erlösers entfaltet.

Wann wird gefeiert?

Aufgrund unterschiedlicher Traditionen feiern Katholiken, Protestanten und ein Teil der Orthodoxie am 25. Dezember.
Dies geht zurück bis in das Jahr 336. Als Tag der Wintersonnenwende und Fest des „unbesiegten Sonnengottes“ war es in Rom heidnisch besetzt.
Möglicherweise setzten die Christen mit dem Fest der Geburt Christi bewusst einen Kontrapunkt.
Ein anderer Teil der orthodoxen Christen hat, entsprechend dem Julianischen Kalender, den 7. Januar als Datum gewählt.
Den Vortag, also den 6. Januar, kennt die katholische Kirche als Fest der „Erscheinung des Herrn“, traditionell „Heilig Dreikönig“.
Dies dürfte sogar das ursprüngliche Fest gewesen sein. Die Weihnachtszeit endet liturgisch einen Sonntag danach mit dem Fest der „Taufe des Herrn“.

Warum Geschenke?

In Christus, so will es der christliche Glaube, hat sich Gott den Menschen mitgeteilt, sich in die Geschichte der Menschen hineinbegeben, sich ihrer erbarmt, ihnen das Heil geschenkt.
Deshalb gilt Weihnachten als Fest der Liebe. Als Zeichen der Liebe Gottes schenken die Menschen untereinander.

Ihr Wolfgang Duschl