Zu Betlehem geboren

Weihnachten für Weihnachten besingen wir das Kind in der Krippe. Dürftig bekleidet liegt es auf Holz und Stroh und strahlt uns entgegen, wie nur ein Kind strahlen kann.

Von Geburt und Kindheit Jesu berichten nur das Matthäus- und das Lukasevangelium; es sind dies aber keine Berichte im historischen Sinn, sondern theologische Deutungen der Menschwerdung Gottes, die erst „nach Ostern“ möglich waren: als man in Jesus zugleich den auferstandenen Christus bekannt und verkündet hat.

Das Bild vom Kind, das uns in der Krippe vor Augen gestellt wird, hat eine tiefe spirituelle Bedeutung. Es ruft uns das Jesuswort in Erinnerung: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt 18, 3) Kinder sind keine Engel, sie sind Menschen. Was macht ein Kind aus?

Das Sicherste, was sich von ­einem Kind sagen lässt, ist dies: Es kommt zur Welt. Es sucht sich nicht aus, ob es ­geboren werden will oder nicht. Es lässt sich auf diese Welt ein und überlässt sich ihr. Es kann gar nicht anders als vertrauen. Es empfängt: Nahrung und Liebe. Und nur so, nicht durch eigene Leistung, kommt der Mensch ins Himmelreich, sagt Jesus, der selbst als Kind geboren ist.